Panometer Dresden
Das Panometer sind wirklich gewaltige 360°-Panoramabilder in einem ehemaligen Gasometer in Dresden. Wer auf der Besucherplattform steht, ist mitten im Bild, 27 Meter hoch, dazu Licht und Klang. Man ist mitten im Bild, das ist soviel mehr als einfach ein Museum!
Foto: © oe-grafik
Was ist das Besondere am Panometer Dresden?
Das Besondere ist die Kombination aus dem 3.000 Quadratmeter großem Panoramabild und dem über 140 Jahre alten Gasometer als Hülle. Der Künstler Yadegar Asisi hat aus dieser Kombination eine Kunstform gemacht, die es weltweit nur an wenigen Orten gibt, neben Dresden etwa in Leipzig oder Berlin.
Malerei mit digitalen Mitteln, so nennt Asisi die Mischtechnik, mit der er diese unglaublich detailreichen Bilder aus tausenden Fotos, Skizzen und gemalten Elementen komponiert.
Steckbrief: Panometer Dresden
- Industriedenkmal: Im über 140 Jahre alten Gasometer
- 360 Grad Rundbild 27 m hoch, rund 105 m Umfang, über 3.000 m² Fläche, Maßstab 1:1
- Besucherplattform 15 m hoch
- Künstler Yadegar Asisi
- Ausstellungen wechseln alle paar Jahre, u.a. Dresden im Barock, Dresden 1945, Amazonien, Great Barrier Reef
Mittendrin statt nur davor
Unser Eindruck: Wer schon einmal vor einem klassischen Gemälde enttäuscht war, weil das Bild kleiner wirkte als erwartet, bekommt hier das Gegenteil: Die Kombination aus Industriebau und Rundbild, Bemalung, Ton und Licht erzeugt einen körperlichen Eindruck. Das schafft ein Gemälde an der Wand nicht, egal ob man das nun Kunst oder Spektakel nennt.
Foto: T. Schulze © asisi
Great Barrier Reef – die aktuelle Ausstellung
Seit März 2026 steht man im Panometer unter dem Meer: Great Barrier Reef zeigt das größte Korallenriff der Erde von unten: Korallen in allen Farben, Fischschwärme, Lichtbrechungen... Grundlage waren zehntausende Unterwasserfotos und Skizzen, die Asisi auf Expeditionen mit dem australischen Dokumentarfilmer Ben Cropp gesammelt hat.
Und natürlich gibt es die Klangkulisse und den Tag-Nacht-Wechsel für die unterschiedlichen Stimmungen. Die Begleitausstellung ergänzt Hintergründe zur biologischen Vielfalt des Riffs, der ökologischen Bedeutung und seiner Gefährdung.
Der Künstler: Yadegar Asisi
- Verdichtung: Er verschmilzt verschiedene Orte, Zeiten und Perspektiven zu einem einzigen, künstlerisch zugespitzten Bild. So werden Dinge, die man nur aus Berichten kennt, erlebbar. Wie das zerstörte Dresden von 1945 oder das Great Barrier Reef.
- Architekt und Maler in einem: Die Räume sind perspektivisch exakt konstruiert, nicht nur zusammenfotografiert.
- Zeichnen vor dem Computer: Nur was er selber skizziere, habe er auch wirklich verstanden, sagt er.
- Echte Recherche statt reiner Fantasie: Er reist an Originalschauplätze, trifft Wissenschaftler, und macht tausende Fotos und Skizzen.
- Persönlich involviert: Sein Panorama der Berliner Mauer nennt er sein persönlichstes Werk, denn er hat die geteilte Stadt miterlebt.
Foto: Caro Krekow © asisi
Die Geschichte: vom Gasometer zum Korallenriff
Bevor hier Kunst hing, lagerte hier Gas. Der Rundbau wurde 1880 aus Sandstein errichtet, als einer von drei Gasometern auf dem Gelände in Dresden-Reick. Er versorgte die wachsende Stadt bis 1973 mit Stadtgas, fast hundert Jahre lang. Geplant hat ihn Theodor Friedrich, ein Schüler von Gottfried Semper. Als Niederdruckbehälter konzipiert, fasste der Speicher bis zu 30.000 Kubikmeter Gas. Direkt nebenan steht noch die Ruine eines weiteren, deutlich größeren Gasbehälters.
Seit der Eröffnung 2006 gab es verschiedene Panoramen von Asisi:
- 2006 Eröffnung mit 1756 Dresden, dem barocken Stadtbild kurz vor dem Siebenjährigen Krieg
- 2012 Überarbeitung zu Dresden – Mythos der barocken Residenzstadt, dazwischen kurz Rom 312 zum Einzug Konstantins des Großen
- 2015 Dresden 1945 zum 70. Jahrestag der Luftangriffe, entstanden mit dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr; seither im saisonalen Wechsel mit Dresden im Barock
- 2024 Amazonien, das erste Naturpanorama im Panometer Dresden
- 2026 Great Barrier Reef, seit dem 27. März
Foto: © asisi
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr
samstags, sonntags und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr.
Tickets
Eintrittskarten gibt es hier.
Geführte Touren können hier online gebucht werden*
Tipps
Vormittags oder kurz vor Schließung kommen ist es in der Regel deutlich leerer und entspannter als über Mittag.
Fernglas an der Kasse leihen, lohnt sich die feinen Details in den Bildern!
Fotos sind privat erlaubt, komplette 360°-Aufnahmen des Panoramas dagegen nicht!
Hinkommen
Nätherstraße: Bus 64 (hält direkt vor dem Gebäude), Dresden-Reick: S-Bahn S1, S2 (ca. 10 Min. Fußweg), Liebstädter Straße: Tram 1, 2 (ca. 10 Min. Fußweg)
Adresse: Gasanstaltstraße 8b, 01237 Dresden
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